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Boxerinnen - Konzept
"Man sagt, dass etwas groß ist, wenn es in unserem Kopf explodiert." Emily Dickinson
Muhamad Ali, Henry Maske, Mark Tyson - beim Thema Boxen denken wir automatisch an Männer, an massive und muskulöse Männerkörper, wirbelnde Fäuste und schwitzende Sieger. Die kämpferische Grunddynamik des Boxens ist mit einem sexuellen Penetrationsvorgang vergleichbar: Eine nach außen gerichtete Bewegung mit dem Ziel, in das Innere eines anderen einzudringen - Urbild männlicher Identität, so die psychoanalytische Einsicht einiger Kampftheoretiker. Boxen ist demnach Männersache. Nicht mehr. Seit einigen Jahren stehen auch Frauen im Ring. Während die Mehrheit der Bevölkerung noch darüber diskutiert, ob Boxen für Frauen überhaupt zulässig sei, stellt die Profiboxerin Jeanette Witte in einem Interview lakomisch fest: "Blut wischte weg und ein blaues Auge kannste ja überschminken." Wie kommt es, dass Frauen diese Männersache zu ihrer eigenen machen? Welche konkrete Faszination verbirgt sich dahinter? Im Mittelpunkt unserer theatralischen Recherche stehen zwei Frauen, die es tun: Boxen. Als Frauen haben sie die ganze Erfahrungswelt der Mädchen in sich, als Boxerinnen haben sie sich die Möglichkeit der extremen Reibung mit der Umwelt - die Agressivität - erschlossen: Eine Entwicklung vom gesellschaftlich akzeptierten Frauenbild zum Wesen mit der größtmöglichen Auswahl an Optionen zur Verwirklichung seiner Träume. Zwischen Feenbühne und Boxring ist alles möglich. |